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IAM in die Cloud: So löst du dein Legacy System sauber ab

Cloud IAM
Team

Tim Lipphardt
Head of Consulting

Das Wichtigste in Kürze

Betriebsmodell statt Serverumzug

IAM in die Cloud zu bringen ist ein Wechsel des Betriebsmodells. Ob Public Cloud, Hybrid oder modernes On Prem das richtige Ziel ist, hängt von deinem Unternehmen ab.

Big Bang nur im Sonderfall

Für gewachsene Landschaften ist die schrittweise Ablösung meist der sicherere Weg. Der Big Bang passt nur in wenigen Situationen.

Erst aufräumen, dann migrieren

Ohne Rechtebereinigung schleppst du deine Altlasten mit. Alte Berechtigungen gehören vor der Migration aufgeräumt, sonst bläht sich die Cloud nur auf.

Ausgangslage

Warum die Ablösung deines Legacy IAM jetzt ansteht

Ein altes IAM System wird selten von heute auf morgen zum Problem, sondern schleichend. Erst läuft der Support aus, dann lässt sich eine neue Cloud Anwendung nicht mehr sauber anbinden, und irgendwann steckt so viel Handarbeit im Betrieb, dass dein Team mehr wartet als gestaltet.

Für viele kommt gerade ein konkreter Auslöser dazu: das SAP IDM End of Life. SAP lässt den Support für sein Identity Management auslaufen. Wer heute darauf setzt, braucht ohnehin eine Alternative, und die ist heute oft eine Cloud Lösung. Wie du die Ablösung von SAP IDM konkret angehst, gehen wir in einem eigenen Beitrag durch.

Wer die Modernisierung aussitzt, sammelt technische Schulden und ein wachsendes Sicherheitsrisiko. Veraltete Berechtigungen, tote Konten und fehlende Governance werden jedes Jahr teurer. Dein IAM in die Cloud zu bringen ist für viele der logische nächste Schritt. Die Kunst ist, ihn zu planen, bevor der Leidensdruck die Entscheidungen diktiert.

Zielmodell

Cloud, Hybrid oder doch On Prem? Das richtige Zielmodell

Bevor du dein IAM in die Cloud migrierst, brauchst du ein ehrliches Zielbild. Pauschal lässt sich das nicht entscheiden. Es gibt drei Wege, und jeder hat seine Berechtigung.

Public Cloud als IDaaS

Schnell aufgesetzt, flexibel skalierbar und nimmt dir viel Betriebslast ab. Dafür gibst du Kontrolle ab und musst dich mit Datenresidenz und Anbieterabhängigkeit auseinandersetzen. Für viele der attraktivste Weg, gerade wenn der Modern Workplace ohnehin schon in der Cloud lebt.

Private Cloud oder Hybrid

Verbindet Kontrolle mit Flexibilität. Du behältst sensible Teile im eigenen Zugriff und lagerst andere aus. Der Preis ist mehr Komplexität, weil du zwei Welten sauber verzahnen musst.

Modernes On Prem

Kein Auslaufmodell. Bei strengen Souveränitätsanforderungen, stark reguliertem Umfeld oder hohen bestehenden Investitionen bleibt das eigene Rechenzentrum oft die vernünftigere Wahl. Die Cloud ist für viele richtig, aber eben nicht für alle. Diese Frage gehört ehrlich beantwortet, bevor eine Richtung feststeht.

Migrationsstrategie

Big Bang oder schrittweise? Eine ehrliche Risikoabwägung

Für die Migration gibt es zwei Grundmuster. Beim Big Bang ziehst du alles auf einen Stichtag um: raus aus dem Altsystem, rein in die Cloud, alle Nutzer wechseln in einem Wartungsfenster.

Das kann passen, wenn deine Umgebung klein und überschaubar ist, wenn ein harter Stichtag dich zwingt, etwa eine auslaufende Lizenz, oder wenn ein Parallelbetrieb technisch nicht machbar oder zu teuer wäre.

Bei gewachsenen Landschaften ist der Big Bang selten die kluge Wahl. Ein Fehler im Umschaltfenster kann den kompletten Login lahmlegen, einen echten Rückweg hast du kaum, und der Druck auf alle Beteiligten ist enorm.

Ehrlich bleibt aber auch: Der schrittweise Weg ist nicht gratis. Du betreibst über Monate zwei Systeme parallel, hältst Identitäten synchron und hast eine doppelte Angriffsfläche. Für die meisten überwiegt trotzdem die Sicherheit. Viele dieser Stolpersteine lassen sich früh entschärfen, wenn die Beratung von Anfang an stimmt, mehr dazu in unserem Beitrag zur IAM Beratung.

Der sichere Weg

Der sichere Weg in die Cloud: schrittweise ablösen

Beim schrittweisen Vorgehen bleibt dein Altsystem am Netz, während die Anwendungen gruppenweise umziehen. Du startest mit einem unkritischen Bereich, sammelst Erfahrung und ziehst Stück für Stück nach. Die Vorteile:

  • Erste Erfolge werden früh sichtbar
  • Probleme bleiben lokal begrenzt
  • Der Rückweg steht dir jederzeit offen

An dieser Stelle fällt auch die Entscheidung zwischen Brownfield und Greenfield. Beim Brownfield nimmst du bestehende Daten und Prozesse mit, schnell und günstig, aber mit dem Risiko, Altlasten mitzuschleppen. Beim Greenfield baust du sauber neu auf, aufwendiger, dafür ohne alten Ballast. Beide Wege lassen sich schrittweise gehen.

IAM in die Cloud

Projektablauf

So sieht ein sauber geführtes Cloud Projekt aus

Fünf Etappen, an denen sich ein seriöses Vorgehen erkennen lässt.

  1. Bestandsaufnahme. Welche Systeme, Anwendungen, Berechtigungen und Abhängigkeiten hängen an deinem IAM. Ohne dieses Bild migrierst du im Blindflug.
  2. Zielbild und Modellentscheidung. Erst jetzt fällt die Wahl zwischen Public Cloud, Hybrid und On Prem, basierend auf Anforderungen statt Bauchgefühl.
  3. Scope und Rechtebereinigung. Was kommt mit, was wird verbessert, was fliegt raus. Tote Rechte und verwaiste Konten gehören aufgeräumt, nicht mitgenommen.
  4. Zielarchitektur festlegen. Wie das neue System aufgebaut ist und sich einfügt. Ein moderner Ansatz denkt in einer übergreifenden Identitätsinfrastruktur, wie sie das Konzept der Identity Fabric beschreibt.
  5. Etappenweise Umstellung und Abschaltung. Anwendungen wandern gruppenweise um, beide Systeme laufen parallel, und erst wenn die Cloud stabil trägt, schaltest du das Alte ab.

Typische Fehler

Die teuersten Fehler beim Wechsel in die Cloud

Die Klassiker aus vielen Projekten, die richtig ins Geld gehen:

  • Zielmodell aus Bequemlichkeit statt Anforderung wählen. Rächt sich, wenn Regulierung oder Kosten nicht mehr passen.
  • Scope unterschätzen. Das Projekt wächst unkontrolliert, bis Budget und Zeitplan reißen.
  • Tote Rechte mitschleppen. Bläht die Cloud auf und nimmt Sicherheitslücken gleich mit.
  • Datenmigration unterschätzen. Scheitert oft eher als die reine Technik, weil historische Daten inkonsistent sind.
  • Altsystem zu früh abschalten. Keine Rückfalloption, wenn in der Cloud etwas klemmt.
  • Wissensverlust ignorieren. Geht die eine Person, die das Altsystem kennt, bricht der Support weg.

Bereit für dein IAM in die Cloud?

Lass uns unverbindlich über deine Ausgangslage sprechen. Wir finden gemeinsam den passenden Weg für dein IAM.

Unsere Empfehlung

Unser Expertenrat bei amiconsult

Wir empfehlen dir nicht pauschal die Cloud und raten auch nicht grundsätzlich ab. Die richtige Entscheidung hängt immer vom Unternehmen ab, von Regulierung, Anforderungen und Budget.

Was wir dagegen mit voller Überzeugung sagen: Dein IAM in die Cloud zu bringen ohne saubere Rechtebereinigung ist verschenktes Geld, weil du deine Altlasten einfach mitnimmst. Deshalb setzen wir am Anfang auf ein ehrliches Assessment und einen Migrationsfahrplan, der die Reihenfolge festlegt, bevor der erste Nutzer umzieht.

Fazit

Erst das Wie klären, dann das Wohin

Dein IAM in die Cloud zu bringen entscheidet sich nicht an der Technik, sondern an der Planung. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • Das Zielmodell folgt deinen Anforderungen, nicht dem Trend. Public Cloud, Hybrid und modernes On Prem sind alle legitim.
  • Für gewachsene Landschaften ist die schrittweise Ablösung meist der sicherere Weg, der Big Bang passt nur in wenigen, klar umrissenen Situationen.
  • Ohne saubere Rechtebereinigung nimmst du deine Altlasten einfach mit. Räum vor der Migration auf.
  • Ein ehrliches Assessment am Anfang legt die richtige Reihenfolge fest, bevor der erste Nutzer umzieht.

Wenn du dein altes IAM sauber ablösen willst, ohne Sicherheit oder Betrieb aufs Spiel zu setzen, lohnt sich ein nüchterner Blick auf deine Landschaft. Genau dabei unterstützen wir dich gern und finden mit dir gemeinsam den passenden Weg für dein IAM in die Cloud.

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