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Warum IAM Projekte scheitern: 5 Gründe und wie du sie vermeidest

IAM Projekte scheitern
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Tim Lipphardt
Head of Consulting

Das Wichtigste in Kürze

Die Ursachen sind organisatorisch

Woran IAM Projekte wirklich scheitern, hat selten was mit der Software zu tun. Meistens hakt es bei Planung, Governance und der Abstimmung zwischen den Beteiligten.

Phasen schlagen Big Bang

Ein Vorgehen in überschaubaren Etappen mit klaren Zwischenerfolgen bringt dich deutlich verlässlicher ans Ziel als der Versuch, alles auf einen Schlag zu lösen.

Daten und Menschen zuerst

Ein sauberes Datenfundament und früh eingebundene Stakeholder entscheiden über Erfolg oder Misserfolg, noch bevor überhaupt über ein Tool gesprochen wird.

Einleitung

Wenn ein ambitioniertes Projekt aus dem Ruder läuft

Du kennst das Muster vielleicht sogar aus eigener Erfahrung. Ein IAM Projekt startet mit großen Zielen: alle Systeme sollen angebunden werden, jede Rolle sauber abgebildet, am besten sofort. Ein paar Monate später sieht die Welt anders aus. Die Laufzeit hat sich verlängert, das Budget ist längst überschritten, und die Fachbereiche sind genervt, weil ihr Arbeitsalltag eher komplizierter geworden ist statt einfacher.

Das ist leider kein Einzelfall. Wir sehen dieses Muster in Projekten immer wieder, und die Gründe dafür liegen fast nie in der Software selbst. Sie liegen davor, in der Art, wie ein Projekt aufgesetzt und geführt wird. Deshalb lohnt sich der ehrliche Blick auf die häufigsten Stolperfallen, bevor du selbst mittendrin steckst.

Ursachen

Die 5 häufigsten Gründe, warum IAM Projekte scheitern

1. Es fehlt die Rückendeckung von ganz oben

IAM ist kein reines IT Thema, auch wenn es oft so behandelt wird. Es zieht sich quer durchs ganze Unternehmen. HR liefert die Personaldaten, die Fachbereiche kennen ihre Rollen im Detail, Compliance stellt die Anforderungen, und die IT soll am Ende alles zusammenführen. Ohne einen Sponsor auf Leitungsebene, der diese unterschiedlichen Interessen zusammenhält und im Zweifel auch mal eine Entscheidung durchdrückt, gerät die Abstimmung zwischen den Abteilungen schnell ins Stocken.

Studien zu gescheiterten IAM Vorhaben zeigen immer wieder dasselbe Bild: Ein Großteil hängt genau an diesem Punkt, an fehlender Führungsunterstützung und mangelnder abteilungsübergreifender Ausrichtung. Ein IAM Projekt braucht einen Fürsprecher mit echtem Mandat. Sonst bleibt es ein Nebenprojekt der IT, das irgendwann im Sand verläuft.

2. Die Datenqualität wird komplett unterschätzt

Ein IAM System ist nur so gut wie die Identitätsdaten, auf denen es aufbaut. Und in vielen Unternehmen sind diese Daten in einem Zustand, der einen erstmal ins Schwitzen bringt. Verwaiste Accounts von Mitarbeitenden, die längst nicht mehr da sind. Doppelte Identitäten. Unklare Zuständigkeiten. Und dazu historisch gewachsene Sonderrechte, die niemand mehr erklären kann, weil derjenige, der sie mal vergeben hat, schon lange nicht mehr im Unternehmen ist.

Das Problem wird gerne unterschätzt, weil es erst während der Umsetzung wirklich sichtbar wird. Am Anfang wirkt noch alles machbar, dann kommt die Migration, und plötzlich liegen die Datenlücken offen auf dem Tisch. Wer die Datenqualität nicht vorher angeht, überträgt die bestehende Unordnung einfach eins zu eins in ein neues System. Nur eben mit einem schickeren Interface.

3. Der Wunsch, alles auf einmal zu lösen

Der Big Bang Ansatz klingt erstmal verlockend. Einmal das ganze Thema anpacken, alle Anwendungen anbinden, jeden Prozess automatisieren. Fertig. In der Praxis führt dieser Anspruch aber meistens zu ausufernden Projektumfängen, endlosen Laufzeiten und einem Projekt, das nach vielen Monaten immer noch kein greifbares Ergebnis liefert.

Je größer der Umfang, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Anforderungen unterwegs verschieben und die Kosten aus dem Ruder laufen. IAM ist kein Produkt, das du einmal einführst und dann ist Ruhe. Es ist eher ein Programm, das über mehrere Etappen wachsen darf und soll.

4. Prozesse werden digitalisiert, bevor sie überhaupt sauber sind

Ein Denkfehler, der uns in Projekten regelmäßig begegnet: die Annahme, ein IAM Tool bringe automatisch Ordnung ins System. Tut es aber nicht. Wenn Rollen unklar definiert sind, Genehmigungswege niemand wirklich kennt und Verantwortlichkeiten im Nebel liegen, dann bildet das neue System einfach die bestehende Unordnung ab. Nur eben schneller als vorher.

Die Arbeit an klaren Rollen, sauberen Berechtigungskonzepten und definierten Prozessen gehört vor die Toolauswahl, nicht danach. Genau an dieser Stelle trennt sich ein durchdachtes Projekt von einem, das später ständig nachgebessert werden muss.

5. Das Projekt endet am Go Live

Viele Teams behandeln den Go Live wie eine Ziellinie. Champagner auf, Projekt abgeschlossen. Dabei fängt die eigentliche Arbeit da erst richtig an. Rollen müssen gepflegt, neue Anwendungen angebunden und Berechtigungen regelmäßig rezertifiziert werden. Wird dieser laufende Betrieb nicht von Anfang an mitgeplant und mit Ressourcen hinterlegt, verliert das System mit der Zeit an Wert. Und die alten Probleme kommen ganz leise wieder zurück.

IAM Projekte

Lösung

Wie du dein IAM Projekt zum Erfolg führst

Diese Fallen lassen sich vermeiden. Und zwar nicht mit mehr Technik, sondern mit einem durchdachten Vorgehen. Fünf Punkte machen dabei den Unterschied.

In Phasen denken

Statt alles gleichzeitig zu stemmen, schneidest du das Vorhaben in überschaubare Etappen mit geringem technischem Risiko und klarem Nutzen. Ein erster sichtbarer Erfolg schafft Vertrauen für die nächsten Schritte.

Daten zuerst aufräumen

Bevor du migrierst, verschaffst du dir einen realistischen Überblick über deine Identitäten und Berechtigungen und bereinigst die offensichtlichen Altlasten. Dieses Fundament trägt am Ende das ganze Projekt.

Stakeholder früh einbinden

HR, Fachbereiche, Compliance und IT sollten von Beginn an mit am Tisch sitzen, und über allem steht ein Sponsor mit Mandat. So entsteht die Akzeptanz, die ein Querschnittsthema wie IAM einfach braucht.

Prozesse vor Technik klären

Definiere Rollen, Genehmigungswege und Verantwortlichkeiten sauber, damit das Tool am Ende eine klare Ordnung abbildet statt Chaos zu digitalisieren. Ein durchdachtes Berechtigungskonzept ist hier der Schlüssel.

Betrieb von Anfang an mitdenken

Plane frühzeitig, wer nach dem Go Live Rollen pflegt, Rezertifizierungen durchführt und neue Systeme anbindet. Ein IAM System will gelebt werden, nicht nur einmal eingeführt und dann sich selbst überlassen. Mehr dazu in unseren Best Practices Empfehlungen.

Bereit für ein IAM Projekt, das ankommt?

Wenn du vor der Einführung stehst oder ein festgefahrenes Projekt wieder in Fahrt bringen willst, lass uns sprechen. In einem unverbindlichen Gespräch schauen wir gemeinsam auf den Reifegrad deines IAM und zeigen dir, wo die schnellen Erfolge liegen.

Expertenrat

Unser Expertenrat bei amiconsult

Aus unseren Projekten wissen wir, dass der entscheidende Hebel fast immer am Anfang liegt. Deshalb starten wir nicht mit der Toolfrage, sondern mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme, wo dein Unternehmen bei Identitäten, Rollen und Prozessen tatsächlich steht. Auf dieser Basis schneiden wir das Vorhaben in beherrschbare Etappen, die jeweils einen klaren Mehrwert liefern und den Business Case Schritt für Schritt absichern.

Dieses Vorgehen macht Fortschritt sichtbar, für die IT genauso wie für die Geschäftsleitung. Egal ob es um privilegierte Konten mit einem eigenen Schutzkonzept geht, den Aufbau einer flexiblen Identity Fabric oder die Anbindung eurer Fachanwendungen: Wir sorgen dafür, dass aus dem Projekt eine Lösung wird, die im Alltag auch wirklich trägt.

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