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Identity Fabric verstehen: Wie Unternehmen Identitäten sicher und flexibel managen

Identity Fabric
Tim
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Tim Lipphardt
Head of Consulting

Das Wichtigste in Kürze

Identitäten sind geschäftskritisch

Sie sichern Zugriff, Compliance und Kundenerfahrung in einer zunehmend hybriden IT-Landschaft.

Identity Fabric als moderne Lösung

Identity Fabirc ist ein Framework, um flexible, nachhaltige IAM Umgebungen aufzubauen.

Mehrwert für Unternehmen

Effizienz, Sicherheit, Compliance und Agilität lassen sich messbar verbessern, wenn Unternehmen auf sicheres Identity Management setzen.

Neuer Fokus der Cybersicherheit

Warum sind digitale Identitäten heute so wichtig?

Digitale Identitäten sind längst mehr als nur Benutzerkonten. Sie sind der Schlüssel zu allem, was in Unternehmen digital passiert. Das geht vom Zugriff auf interne Systeme bis zur sicheren Interaktion mit Kunden, Partnern und Maschinen. Ohne funktionierendes Identity und Access Management läuft in vielen Unternehmen heute kaum noch etwas.

In der Praxis heißt das: Wenn Identitäten nicht sauber verwaltet werden, kann es für die Sicherheit, Compliance und sogar die Kundenerfahrung schnell kritisch werden. Bereits ein falscher Zugriff oder ein kompromittiertes Konto kann massive Schäden anrichten. Gleichzeitig erwarten Nutzer heutzutage einfache, schnelle und sichere Zugänge.

Unternehmen kämpfen dabei mit immer komplexeren IT-Landschaften: Cloud-Anwendungen, hybride Umgebungen, mobile Workforces, Partnernetzwerke und digitale Services müssen alle miteinander verbunden werden. Genau hierfür bietet die Identity Fabric einen ganzheitlichen architektonischen Ansatz für das moderne Identity und Access Management, den Unternehmen benötigen, um in der digitalen Ära zu bestehen.

Worum geht’s?

Was ist Identity Fabric?

Was steckt hinter dem Begriff Identity Fabric?

Der Begriff Identity Fabric stammt ursprünglich von den Analysten von KuppingerCole. Sie beschreiben damit ein grundlegendes architektonisches Paradigma für das moderne Identity and Access Management in komplexen, hybriden IT-Umgebungen. Die Identity Fabric ist keine einzelne Technologie, sondern ein integriertes technisches „Gewebe“ (Fabric). Es vereint verschiedene Identitätsquellen, Systeme und Anwendungen zu einer einheitlichen Struktur.

Im Kern geht es darum, alle Identitäten (Menschliche und Nicht-Menschliche) als zentrale Schicht in der IT-Architektur zu verstehen und nicht als Einzelfunktion in verschiedenen Systemen. Identity Fabric hilft Unternehmen dabei, IAM als eine zentrale, integrierte Architektur zu definieren, mit der alle Identitäts- und Zugriffsprozesse übergreifend gesteuert werden können, unabhängig davon, ob sie in der Cloud, On-Prem oder in externen Services stattfinden.

Wie ist eine Identity Fabric aufgebaut?

Das Konzept der Identity Fabric besteht aus mehreren modularen Bausteinen, die über Schnittstellen und Standards miteinander verbunden sind. Sie ist keine einzelne Software, sondern ein flexibles Framework, das bestehende Systeme integriert und erweitert.

Ausgangspunkt sind immer die verschiedenen Identitätstypen. Das Identity Fabric-Konzept verlangt eine breite Unterstützung für alle Identitätstypen, da jede Kategorie einzigartige Anforderungen an Sicherheit und Verwaltung stellt. Diese Identitätstypen wollen auf auf Tools und Ressourcen zugreifen. Damit das sicher und geordnet passiert werden verschiedene Capabilities (Onboarding, User Lifecycle Management, Access Governance), Services (Identity Management Service, Access Management Service) und verschiedene Tools (IGA, Access Management, PAM) benötigt. Unternehmen können aus den einzelnen Bereichen modular auswählen, sie über zentrale Integrationsschichten verknüpfen und so eine sichere, flexible Identitäts-Architektur aufbauen.

identity fabric
Identity Fabric nach KuppingerCole

Warum ist Identity Fabric so sinnvoll für Unternehmen?

Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, immer mehr Identitätstypen (Mitarbeitende, Kunden, Partner, Geräte oder Bots) über immer mehr Systeme hinweg zu verwalten. Dazu zählen Mitarbeitende, Kunden, Partner, Geräte oder Bots. Klassische, starre IAM-Ansätze stoßen hier schnell an ihre Grenzen, weil sie oft nicht auf Cloud-First-Architekturen ausgelegt sind und Altsysteme isoliert betrachten.

Eine Identity Fabric schafft hier den entscheidenden Unterschied, indem sie Orchestrierung als zentrale Funktion nutzt:

  • Sie verbindet bestehende Lösungen und Altsysteme, statt sie zu ersetzen.
  • Sie bietet Transparenz und Governance über alle Identitäten und Berechtigungen hinweg.
  • Sie integriert Zero-Trust– und Multi-Cloud-Strategien durch kontinuierliche Verifizierung.
  • Sie ermöglicht schnellere Reaktionen auf neue Business-Anforderungen und fördert die digitale Transformation.
  • Sie ist auf moderne, modulare (Microservices-) Architekturen ausgelegt und bietet eine flexible Skalierung.

Kurz gesagt: Identity Fabric ist das Framework, das IT- und Security-Verantwortliche brauchen, um Identitäten über alle Systeme, Nutzergruppen und Plattformen hinweg sicher und effizient zu verwalten.

Orchestrierung in der Identity Fabric

Orchestrierung bedeutet, dass viele einzelne Identitätsprozesse miteinander zusammenspielen – ähnlich wie Musiker in einem Orchester. In einer Identity Fabric sorgt sie dafür, dass Aufgaben wie Login, Rechtevergabe oder Lifecycle-Management automatisch und reibungslos zwischen verschiedenen Systemen ablaufen.

Vergleich

Wie sich Identity Fabric vom klassischen IAM unterscheidet

Viele Unternehmen setzen seit Jahren auf klassische Identity and Access Management Lösungen. Diese Systeme erfüllen zwar wichtige Basisaufgaben wie Benutzerverwaltung, Authentifizierung, Provisionierung und Berechtigungsverwaltung, stoßen aber zunehmend an ihre Grenzen. Der Grund: Die Anforderungen an das Identitätsmanagement haben sich massiv verändert.

Klassisches IAM: monolithisch und statisch

Traditionelle IAM-Systeme wurden meist für interne Nutzer und statische IT-Umgebungen entwickelt. Ein zentrales Directory, einige feste Anwendungen, klare Prozesse. Das war lange ausreichend.

Heute sieht die Realität anders aus: Cloud-Services, SaaS-Anwendungen, hybride Architekturen, externe Partner, Kundenzugänge, IoT-Geräte. Identitäten bewegen sich dynamisch über Systemgrenzen hinweg. Klassische IAM-Ansätze sind damit überfordert, weil sie:

  • starre Schnittstellen und begrenzte Integrationsmöglichkeiten haben, insbesondere zu Überbrückung von Legacy Systemen
  • häufig manuelle Prozesse erfordern
  • nur eingeschränkt skalieren, wenn neue Systeme oder Identitätstypen angeschlossen werden

Das Ergebnis: hoher Aufwand, Sicherheitsrisiken und fehlende Transparenz.

Identity Fabric: flexibel, integriert und zukunftsfähig

Identity Fabric verfolgt einen fundamental anderen Ansatz: Es ist ein architektonisches Paradigma und Framework, das IAM neu strukturiert. Dieser Ansatz hilft Unternehmen, die Komplexität der modernen IAM-Landschaft zu meistern. Identity Fabric erreicht dies, indem es:

  • Konvergenz schafft: Es verschmilzt traditionell getrennte Funktionen wie IGA, Access Management und PAM zu einem einzigen, integrierten Identitäts-Gewebe.
  • Orchestrierung als Kern nutzt: Es führt moderne Orchestrierungsfähigkeiten ein, um die Steuerung aller Identitäts- und Zugriffsprozesse übergreifend und konsistent zu gewährleisten.
  • Zukunftssicher baut: Es basiert auf modularen, skalierbaren und Microservices-basierten Architekturen, die für hybride und Cloud-Umgebungen optimiert sind.

Unterstützung gefällig?

Wir helfen Dir dabei, mithilfe der Identity Fabric die beste IAM-Strategie für Deine Bedürfnisse zu finden. Damit Du zukunftssicher, effizient und compliant aufgestellt bist.

Messbarer Mehrwert

Business Value: Warum Identity Management jetzt Priorität hat

Für CISOs und CIOs ist Identitätsmanagement längst kein reines IT- oder Security-Thema mehr, es ist strategisch und geschäftskritisch. Jede digitale Interaktion in Unternehmen hängt von sicheren, konsistenten Identitäten ab. Wer hier schwächelt, riskiert nicht nur Sicherheitsvorfälle, sondern auch Verzögerungen in Projekten, Compliance-Verstöße oder schlechte Kundenerlebnisse.

Messbare Mehrwerte einer Identity Fabric

Gutes Identity Management auf Grundlage der Identity Fabric liefert konkrete, messbare Vorteile:

Reduzierung von Sicherheitsrisiken (Zero-Trust-Fähigkeit)

Einheitliche, orchestrale Richtlinien und zentrale Steuerung implementieren das Zero Trust-Prinzip. Automatisierte Provisionierung verhindert unautorisierte Zugriffe und Insider-Risiken. Security-Events lassen sich schneller erkennen und abwehren.

Effizienzsteigerung

Die Automatisierung von Prozessen für Onboarding, Rollenmanagement und Berechtigungsvergabe sparen Zeit und Kosten. IT-Teams müssen nicht mehr manuell in mehreren Systemen arbeiten, was Fehler reduziert.

Schnellere digitale Transformation und Agilität

Neue Cloud-Services, Partneranbindungen oder Kundensysteme lassen sich durch modulare Architektur und flexible Integrationsfähigkeiten leichter anbinden. Innovationen können schneller umgesetzt werden, ohne Sicherheits- oder Compliance-Komplexität zu erhöhen.

Compliance und Auditfähigkeit

Alle Zugriffe und Änderungen werden zentral dokumentiert und gesteuert. DSGVO, ISO oder branchenspezifische Anforderungen lassen sich einfacher erfüllen und auditieren.

Warum Du jetzt handeln solltest

Die digitale Landschaft wird immer komplexer. Cloud, hybride IT, Partnernetzwerke und neue Geschäftsmodelle erhöhen die Zahl der Identitätstypen und Identitäten exponentiell. Unternehmen, die Identity Management nicht strategisch denken, riskieren Sicherheitsvorfälle, höhere Betriebskosten und langsame Innovation.

Identity Fabric liefert die Grundlage, um alle Identitäten messbar und nachhaltig zu verwalten, Prozesse zu automatisieren und gleichzeitig flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. Für CISOs und CIOs bedeutet das: Sicherheit, Compliance und Geschäftsgeschwindigkeit lassen sich gleichzeitig verbessern.

Fazit

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Identitäten sind geschäftskritisch und komplex: Ohne sauberes, ganzheitliches Identitätsmanagement stehen Sicherheit, Compliance und Kundenerlebnis auf dem Spiel.
  • Identity Fabric schafft Ordnung: Die Architektur verbindet Systeme, vereinfacht Prozesse und sorgt für Transparenz über alle Identitätstypen hinweg. Dies wird durch die zentrale Orchestrierungsfähigkeit ermöglicht.
  • Flexibel und zukunftssicher: Durch den modularen Aufbau lässt sich Identity Fabric schrittweise einführen und an neue Anforderungen wie Zero Trust anpassen.
  • Langfristig denken lohnt sich: Wer Identitäten strategisch managt, stärkt Sicherheit, Effizienz und digitale Innovationsfähigkeit.

Der Markt rund um Identity Management entwickelt sich rasant. Wir bei amiconsult kennen die Lösungen, Trends und Anbieter und unterstützen dich dabei, eine langfristige, flexible Strategie für dein Identity Management auf Basis der Identity Fabric zu entwickeln, die optimal zu deinem Unternehmen passt. Wir freuen uns auf deine Nachricht!

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